Donnerstag, 27. September 2018

Die Tage so zäh wie Kaugummi

Vor knapp zwei Wochen, als ich mich super gefreut habe schon einen Monat hier zu sein, habe ich immer wieder erwähnt, wie schnell die letzten Wochen doch verflogen sind und dass es sich doch anfühlt, als ob ich erst vor ein paar Tagen ins Flugzeug nach Stockholm gestiegen bin. Ich hatte Geburtstag und bin an dem Tag mit Marco, einem Austauschschüler aus Italien, der auch auf meine Schule geht, in Kino gegangen und den Tag danach habe ich mit ein paar Leuten aus meiner Schule in Gröna Lund verbracht. Jetzt, knapp zwei Wochen später, fühlt es sich so an, als wäre ich schon länger hier. Viel zu lange. Ich hatte schon häufiger Tiefpunkte, während denen ich mir immer gewünscht habe, zu Hause zu sein und mich gefragt habe, warum ich das hier überhaupt mache. 10 Monate freiwillig von Zuhause fortzugehen, in ein fremdes Land. Was habe ich mir überhaupt dabei gedacht? Ich glaube es liegt daran, dass ich noch nicht so wirklich angekommen bin. Bei meiner Gastfamilie fühle ich mich nicht so wirklich wohl und auch mit den anderen Austauschschülern, die in Stockholm platziert sind, werde ich nicht so wirklich warm. Vor allem in der Anfangszeit haben wir in uns häufig getroffen, doch ich habe es einfach jedes Mal gemerkt, dass es irgendwie nicht so passt. Außerdem habe ich wirklich wirklich viel für die Schule zu tun, denn die Lehrer drücken uns Unmengen von Hausaufgaben rein. Deshalb bestehen meine Tage im Moment eigentlich nur aus Schule, dann Hausaufgaben machen und ins Bett gehen. In meinem Kopf kreisen die Gedanken nur so umher und manchmal habe ich das Gefühl, dass mir gleich der Kopf platzt. Ich bin mega überfordert mit der Situation und ich weiß nicht mal warum. Vielleicht weil ich mir alles ganz anders vorgestellt habe? Man sagt ja eigentlich immer, vor dem Auslandsjahr soll man keine Erwartungen haben und irgendwie habe ich versucht, jede Vorstellung aus meinem Kopf zu verbannen, aber geklappt hat es nicht. Ein paar Erwartungen hat man doch immer, oder?
Die letzte Woche war sowieso nochmal eine Umgewöhnung, denn ich habe fünf Tage bei einer anderen Gastfamilie in Stockholm gewohnt. Meine Gasteltern sind mit meinen Gastgeschwistern in den Norden gefahren um die Familie zu besuchen und ich konnte in der Zeit nicht alleine zu Hause bleiben. Gewohnt habe ich bei einer Familie die schon eine andere Austauschschülerin, aus Finnland, aufgenommen hat. Mit ihr hatte ich vorher nicht so wirklich was zun tun, deswegen war es am Anfang erstmal komisch in einem Haus zu wohnen, aber sie ist wirklich nett. Aber gesehen haben wir uns sowieso nicht so viel, da wir immer zu unterschiedlichen Zeiten außer Haus waren. Dort zu Hause habe ich mich nach einer kurzen Zeit zum ersten Mal hier in Schweden so richtig wohl gefühlt und ich wollte nach den fünf Tagen eigentlich nicht mehr gehen. In 4 1/2 Wochen ungefähr ziehe ich eigentlich planmäßig auch endlich um, allerdings habe ich bis jetzt noch nichts von meiner nächsten Gastfamilie gehört. Am Sonntag treffe ich mich mit meiner Koordinatorin, die auch hier in Stockholm wohnt, vielleicht weiß sie ja schon mehr.
Was soll ich sagen. auch wenn´s mir im Moment nicht so gut geht, versuche ich das Beste au der Situation zu machen, schließlich hat´s ja noch keinem was gebracht, immer nur schlechte Laune zu haben.

Wir hören von einander:)
Lea

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