Dienstag, 29. Januar 2019

Julgransplundring und Midstay

Vor ein paar Wochen hatte meine Gastmutter die Idee, dass ich vielleicht alle Austauschschüler, die in der Nähe wohnen, zu uns nach Hause einladen könnte um eine schwedische Tradition zu feiern. "Julgransplundring", was so viel heißt wie "den Weihnachtsbaum plündern" markiert das Ende der Weihnachtszeit. Traditionell wird am 13. Januar gefeiert (wir haben am 12. gefeiert, ups). Eigentlich ist es mehr für jüngere Kinder, denn man tanzt noch ein letztes Mal um den Weihnachtsbaum, spielt traditionelle Spiele (zum Beispiel Blinde Kuh oder Finde den Schlüssel) und "plündert" dann den Weihnachtsbaum, dass heißt, dass alle Süßigkeiten, die am Baum hängen, endlich gegessen werden dürfen. Am Ende wird noch die ganze Weihnachtsdeko abgehängt und schon ist die Weihnachtszeit vorbei. Wir haben es ein bisschen abgewandelt, denn wir haben weder getanzt noch gespielt, sondern saßen einfach nur zusammen und haben geredet. Am Anfang haben wir einfach nur Fika gemacht und abends gab es dann Pizza. Wir waren 14 Leute und es war zwar ziemlich anstrengend aber auch echt schön sich mal wieder mit allen zu unterhalten und auszutauschen, gerade weil ich mit den meisten fast nichts zu tun habe.


Das Wochenende danach hatte ich das Midstay-Camp mit ca. 25 anderen Austauschschülern aus der Region und 3 AFS-Freiwilligen. Leider waren die Midstay-Camps dieses Jahr regional und nicht, wie die letzten Jahre immer, national. Das heißt, dass wir die anderen Austauschschüler aus anderen Teilen Schwedens nicht wiedersehen konnten, was ich persönlich ziemlich schade finde. Warum es dieses Jahr anders war weiß ich nicht, aber es wird schon seinen Zweck gehabt haben.
Es war spannend, sich mal wieder mit allen zu unterhalten, Erfahrungen auszutauschen und über Probleme zu sprechen. Wir haben gemerkt, dass es uns allen irgendwie genau gleich ergeht und mit anderen Austauschschülern über alles zu sprechen ist nochmal ganz anders als mit den eigenen Eltern und Freunden. Über die zwei Tage hatten wir mit den Freiwilligen Workshops in kleinen Gruppen, in denen wir nochmal über alles mögliche geredet, Erfahrungen ausgetauscht und analysiert und die erste Hälfte unseres Austauschjahres reflektiert haben. Wir haben zurückgeblickt auf unsere bisherige Zeit hier, Probleme die wir vielleicht hatten, sei es in der Schule, mit Freunden oder auch in der Gastfamilie. Die Freiwilligen haben uns immer geholfen und ermutigt und uns Tipps gegeben, wie es vielleicht besser werden könnte. Am Besten war aber eigentlich die freie Zeit, die wir zusammen verbracht haben. Wir haben zusammen gekocht, geredet, Spiele gespielt und einfach die Zeit genossen. Das Wochenende war wirklich schön und ging viel zu schnell rum.
Aber jetzt hat auch schon die zweite Hälfte meines Auslandsjahres angefangen. Auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, dasss die Zeit nur so vor sich hin schleicht, ist sie eigentlich unfassbar schnell vorbei gegangen. In ungefähr 5 Monaten fliege ich schon wieder nach Hause...
Für die nächsten Monate habe ich mir so viel vorgenommen und ich möchte auf jeden Fall das Beste aus der Zeit rausholen.
Ich weiß nicht, ob ich es mir einbilde, aber die Sonne scheint jetzt wieder häufiger und es wird ein bisschen wärmer.




Habt noch eine schöne Zeit,
Lea

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